telefon
kontakt
ONLINE-SCHEIDUNG
BUßGELDVERFAHREN
SCHNELLZUGRIFF
teilen
drucken

UPE-Aufschläge und Verbringungskosten bei Rechnung auf Basis fiktiver Reparaturkosten



Versicherer behaupten immer wieder: „UPE-Aufschläge und Verbringungskosten sind bei fiktiver Abrechnung nicht zu ersetzen.“

Dies Auffassung wird damit begründet, dass erst im Fall der tatsächlichen Reparatur feststünde, ob diese Positionen tatsächlich anfallen. Diese Auffassung ist falsch. Darauf, ob die Position tatsächlich anfällt oder nicht, kommt es im Rahmen der Abrechnung des Fahrzeugschadens auf Basis fiktiver Reparaturkosten nicht an.

Zur Erstattungsfähigkeit dieser Positionen im Rahmen der fiktiven Abrechnung reicht es aus, wenn das vom Geschädigten eingeholte Sachverständigengutachten darlegt, dass die im örtlichen Umkreis des Geschädigten gelegenen relevanten markengebundenen Vertragswerkstätten bei Fahrzeugen, die nicht älter als drei Jahre sind, oder aber bei Fahrzeugen, die älter als drei Jahre sind und regelmäßig in der markengebundenen Vertragswerkstatt gewartet und repariert sind, UPE-Aufschläge und/ oder Verbringungskosten in dieser Höhe berechnet werden.

Dieser zutreffenden Rechtsauffassung hat sich auch das Amtsgericht Besigheim in seiner Entscheidung, Urteil vom 11.01.2019, Az.: 14 C 225/18 angeschlossen. Das Amtsgericht Besigheim führt in diesem Zusammenhang aus: „Soweit Kosten nicht zwingend anfallen, wie die Ersatzteilaufschläge oder die Verbringungskosten, ist darauf abzustellen, ob in der Metropolregion Stuttgart die geltend gemachten Kosten üblicherweise anfallen oder nicht.“ Nach überwiegender Meinung, der das Gericht folgt, sind die Verbringungskosten auch bei fiktiver Abrechnung ansatzfähig. Allgemein anerkannt ist die vom Bundesgerichtshof zugelassene fiktive Abrechnung, die, da sie fiktiv ist, insgesamt nur Kostenansätze beinhaltet, die nicht wirklich anfallen. „Dementsprechend sind die Kostenansätze, wie der Sachverständige andeutet, grundsätzlich nur pauschale Ansätze und Schätzungen, da die jeweils tatsächlichen aufzuwendenden Arbeitszeiten nicht feststellbar sind, wenn die Arbeiten nicht durchgeführt werden.“

IHR/E ANSPRECHPARTNER/IN

Nico Rückert
Nico Rückert
Fachanwalt für Verkehrsrecht

Mehr erfahren

Abnahme Gemeinschaftseigentum – Vorherige Herausgabe von Unterlagen?

Wie ist der Termin festzulegen? Ist eine förmliche Abnahme mit gemeinsamer Besichtigung vereinbart, ...

Rechte an einer Marke können auch durch Verwirkung verloren gehen

Obwohl das Gesetz in § 21 MarkenG als Voraussetzung für die Verwirkung, damit ...

Der Beweis des ersten Anscheins bei Urheberrechtsverletzungen im Internet

In einer langen Reihe von Entscheidungen hat der BGH die Grundsätze entwickelt, unter ...

Abschluss eines Maklervertrages

Der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes hat Messungen mit dem Messsystem Traffistar S350 vom Hersteller Jenoptik für unverwertbar erklärt.

Beweislastumkehr zugunsten des Verbrauchers erweitert

Beim Gebrauchtwagenkauf genügt die Darlegung durch den Käufer, dass eine Mangelerscheinung ...

Fahrzeugkauf im Internet

Beschreibt (und bewirbt) der Händler in einer Verkaufsanzeige in einem Online-Verkaufsportal ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug ...